Rezension zum Sonnenblumen-Verlag Dresden

Zeitungsausschnitt Sächsische Zeitung/Artikel über den Sonnenblumen-Verlag Dresden
SÄCHSISCHE ZEITUNG, 23.01.2008
DRESDNER KULTUR

Schwelgen in der Geschichte

Ein kleiner Verlag hat sich auf Historisches über Dresden spezialisiert und brachte jetzt seine erste DVD heraus

von Monika Dänhardt
Einer der Renner des Sonnenblumen-Verlages Dresden ist die "Wanderkarte der Dresdner Heide um 1908". "Historische Sachen laufen hier gut", sagt Verlagsleiter Michael Schmidt und lächelt. Er kann das verstehen, schließlich ist er selbst Dresdner. Außerdem half diese Vorliebe für Geschichte bei der Umsetzung seiner Geschäftsidee.
2004 gründete der gelernte Wirtschaftskaufmann Michael Schmidt den Sonnenblumen-Verlag Dresden. Er spezialisierte ihn auf Publikationen zur Dresdner Stadtgeschichte, sächsischen Geschichte und deutschen Geschichte. Der Name des Verlages sei dabei vielleicht etwas irreführend, er verweise nur auf seine Liebe zur Natur.
"Begonnen habe ich in einer Einraumwohnung", erzählt er. Heute befinden sich Geschäftsraum und Laden in einer schönen Villa in der Radeberger Vorstadt. "Da habe ich ein bisschen Glück gehabt, sie gehört meinen Eltern." Mitarbeiter zählt der Verlag jetzt vier.

6300 alte Ansichten

Dass er nicht reich wird mit seinem Verlag, stört den 44-Jährigen mit mehreren Studienabschlüssen im Bereich Geschichte weniger. Schließlich kann er sich hier in dem Metier bewegen und recherchieren, dass er besonders liebt: Stadtgeschichte. Alle im Verlag bisher veröffentlichten Bücher stammen aus seiner Feder: verschiedene Stadtspaziergänge durch das alte Dresden, auch ein Sachbuch zur städtebaulichen Entwicklung der Stadt zwischen 1781-1918. Außerdem
suchte und fand er in den Archiven viel Material für Reprinte alter Stadtpläne und historische Postkartenleporellos. Insgesamt umfasst das Verlagsprogramm gegenwärtig etwa 30 Titel. Außerdem stellte er ein Altdresden-Bildarchiv zusammen, welches etwa 6300 historische Ansichten vom alten Dresden und Umgebung umfasst.
"Schon mein Vater war Historiker, da wurde mir das Interesse an Geschichte sozusagen in die Wiege gelegt. Wobei Heimatgeschichte lange nur ein Hobby von mir war. Dresden ist da eine echte Fundgrube." Die Stadt sei natürlich sehr stark vom Barock geprägt. "Ich finde aber interessant, dass sie trotzdem architektonisch durchwachsen ist. Man findet zu vielen Epochen einige Zeitzeugen, beispielsweise zur Entwicklung der Stadt zur industriellen Großstadt."
Für die Publikaitonen seines Verlages hat er einen Anspruch: "Es ist wichtig, dass Historie so aufbereitet wird, dass sie ein Aussenstehender begreifen kann. Dazu muss er die Dinge einordnen können." So finden sich selbst beim Reprint der Dresdner Heide Hinweise auf den Zeitgeist bei Ihrer Erstauflage 1908.
Schon in zweiter Auflage erscheint Schmidts populärwissenschaftliche Darstellung "Der Untergang des alten Dresden in der Bombennacht vom 13./14. Februar 1945". Es ist gewollt, das der Leser bei diesem Heft die immer noch nachwirkende Betroffenheit des Autors über das Schicksal seiner Heimatstadt spürt. Fast wie ein Kommentar zu diesem Heft wirkt ebenfalls ein ganz neues produkt des Verlages: die DVD "Bilderschau vom alten Dresden"- wie das Heft in deutscher und englischer Sprache.
"Bilder erzählen manchmal mehr als viele Worte", sagt Michael Schmidt. Er ist sich sicher, dass es für seinen Verlag noch viele Themen gibt, denn die Zeit sei schnelllebig:"Was heute Gegenwart ist, ist schon morgen Geschichte".

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